Ende der neunziger Jahre schlossen sich am nördlichen Bodensee Landwirte zusammen um gemeinsam Gemüse für Feneberg zu produzieren. Heute sind es neun landwirtschaftliche und gärtnerische Betriebe die Von Hier Gemüse anbauen.

Einer dieser Betriebe ist die seit 1986 bestehende Hofgemeinschaft Heggelbach. Heggelbach, ein winziger Weiler irgendwo zwischen Herdwangen-Schönach und Hohenfels, gelegen, empfängt uns bei schönstem Sonnenschein. Dass wir hier nicht auf einem „normalen“ Bauernhof gelandet sind, wird uns bereits beim ersten Umschauen deutlich. Es ist bunt hier. Wimpel flattern im Wind, einzelne Kunstobjekte stehen in der Landschaft und überall liegt und steht Spielzeug herum. Eine ganze Gruppe von Kindern fährt auf Fahrrädern und Plastiktraktoren an uns vorbei, während gleich gegenüber ein paar Kälber in der Sonne dösen. Freundlich werden wir von Florian Reyer und Jona Kreis von der Hofgemeinschaft sowie von Till Bossert vom Helchenhof und Birger Richter von der Pestalozzi Gärtnerei Wahlwies begrüßt. Sie vertreten heute die Liefergemeinschaft, denn bei so gutem Wetter sind fast alle auf den Feldern.

Vielfalt auf dem Feld und im Stall

In einer großen Gemeinschaftsküche nehmen wir an einem rustikalen Holztisch Platz. Es gibt Kaffee. Die Milch dazu stammt natürlich vom eigenen Hof. Die mittlerweile neun Höfe, die heute zur Liefergemeinschaft gehören, arbeiten nach Demeter-Richtlinien. Das bedeutet, dass die Höfe sich zu Vielseitigkeit und einer landwirtschaftlichen Fruchtfolge verpflichten. So bauen die Höfe nicht nur Kartoffeln, Pastinaken, Karotten, Rote Beete oder Sellerie an, sondern halten zudem Rinder, Schweine und Hühner. Ziel ist der biologisch-dynamische Betriebskreislauf.

Viele Hände arbeiten für ein gemeinsames Ziel

Aber es geht den Landwirten hier um weit mehr als die Produktion von Lebensmitteln. Einen besonderen Stellenwert hat die Gemeinschaft unter den Landwirten. Das gilt auch für die mittlerweile mehr als zwanzig Familien die auf den Höfen heute vom Gemüseanbau leben. Und diese Gemeinschaft wollen sie auch teilen. So lassen sie junge Menschen an der Arbeit und dem Leben auf den Höfen teilhaben. Dafür bieten sie Ausbildungsplätze mit eigener Landbauschule und Praktika oder Plätze für ein Freiwilliges ökologisches Jahr an.

Die junge Generation startet durch

Vor circa sieben Jahren hat zudem die jüngere Generation einen Großteil der Höfe übernommen. So viele junge motivierte Betriebsleiter sind heute in der Landwirtschaft nicht selbstverständlich, sie wollen jedoch bewusst den Gemeinschaftsgedanken in der Zusammenarbeit der Betriebe stärken. Dazu gehört, dass man die zukünftigen Entwicklungen gemeinsam bespricht und plant, aber auch mal ganz praktisch Maschinen teilt, oder sich gegenseitig auf dem Feld hilft. So konzentriert sich jeder Betrieb auf bestimmte Getreide- oder Gemüsearten. Auch die Verwaltung ist auf verschiedene Mitglieder aufgeteilt.

Schöne Landschaft aber Gemüseanbau?

Mittlerweile laufen wir über den weitläufigen Hof. Vor uns erstreckt sich eine scheinbar endlose, teilweise bewaldete Hügellandschaft. Zwischen den Baumwipfeln tauchen dabei immer wieder hellgrüne Felder auf. Die gehören zur Hofgemeinschaft. Die Landschaft ist aufgrund der unterschiedlichen Bodenverhältnisse aber auch der teils hängigen Flächen nicht optimal für den Gemüseanbau. Doch als Feneberg die Gemeinschaft fragte, ob sie „VonHier“ Gemüse liefern würden, sagten sie sofort zu. Der Erfolg gab ihnen Recht. In der großen Lagerhalle stapeln sich große Holzkisten voller Kartoffeln, Pastinaken, Rote Beete und anderen Gemüsen, die nur auf die Abholung durch Feneberg warten. Ein stattliches Ergebnis von vieler Hände Arbeit.