Als Bauer besitze ich selbstverständlich einen Traktor. Mein Vater hatte ihn 1976 angeschafft. Damals war dieser Traktor der größte Schlepper im Dorf. Darauf war ich auch ein bisschen stolz.


Doch das ist lange her. Heute jedoch ernte ich mit meinem „Oldtimer“ manchmal skeptische Blicke von jungen Burschen, die mit ihren kraftstrotzenden High-Tech-Schleppern an mir vorbeirauschen. Diese Kolosse sind so hoch, dass die Fahrerkabine wie ein fahrbarer Thronsessel wirkt. „Das muss ein herrliches Gefühl sein, so über Straßen und Felder zu schweben“, denke ich, und erinnere mich, wie sehr ich dieses „Traktorfahren“ als junger Bauer genossen habe.
Doch ich werde auch nachdenklich dabei. Denn Traktoren sind für mich Symbole der Mechanisierung und Effizienzsteigerung der Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten. Ein oder zwei Tage schönes Wetter und „ratz-fatz“ sind heute ganze Landstriche abgeerntet. Je größer, schneller und präziser die Traktoren werden, desto weniger Menschen brauchen wir als Bauern – und erzeugen dabei sogar noch mehr Ertrag. Was sich für Sie und für mich durch günstige Lebensmittelpreise und Überfluss bemerkbar macht.
Allerdings philosophierte bereits der Historiker Dr. Karl Bosl einst, die fortschreitende Technisierung zerstöre die bäuerliche Lebenswelt.
Mittlerweile haben wir teils heftige öffentliche Diskurse zu Umwelt-, Tier-, und Naturschutz in der Landwirtschaft. Das zeigt mir, wie sehr wir uns wieder nach der bäuerlichen Lebenswelt sehnen. Diese ist im Allgäu noch weitgehend erhalten. Wir können sie bewahren, indem wir die „Produkte dieser bäuerlichen Welt“ auch wertschätzen und kaufen. Der Trend geht eindeutig zu bäuerlich, regionalen Produkten. Das ist gut so, finde ich.