Kolumnen

Unser Kolumnist Alois Wohlfahrt war selbst einmal VonHier-Landwirt. Heute ist er Unternehmer und Internet-Blogger.

Ich digitaler Mönch

Ich amüsiere mich manchmal über die „fromme“ Körperhaltung mancher Zeitgenossen: gebeugter Kopf und Rücken, während in den Händen voraus andächtig das Smartphone getragen wird. Dieses Bild erinnert mich an einen betenden, frommen Mönch. Doch damit nicht genug.

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Danke für dieses Paradies

Das Fest Erntedank hat in der Gesellschaft längst nicht mehr den Stellenwert wie früher. Dankbar für etwas zu sein, das man jeden Tag im Überfluss hat, fällt einem tatsächlich schwer. Doch nach diesem „Jahrhundert-Sommer“ mit seiner „Jahrhundert-Trockenheit“ taucht vielleicht beim einen oder anderen wieder eine berührende Nachdenklichkeit zum Thema Ernte auf. Hoffe ich jedenfalls.
Mir hat dieser Sommer sehr klar gezeigt, in welchem Paradies wir hier im Allgäu leben. Denn bei uns hat es immer wieder mal geregnet. Gut, einmal, bei dem Starkregen am Grünten war es auch eindeutig zu viel. Aber im Großen und Ganzen ist unser Allgäu immer frisch und grün geblieben. Wir Bauern haben im Allgäu einen ganzen Heuschnitt zusätzlich machen können. Während in anderen Regionen die Felder verdorrten. Und in der Folge davon viele Tiere zum Schlachter gingen, weil die Bauern dort für den kommenden Winter viel zu wenig Futter haben.
Auch jeder Gärtner im Allgäu wird mit diesem „Super-Sommer“ mehr als zufrieden sein. Alles Obst und Gemüse wuchs mit anhaltender Wärme und dem „Allgäuer Regen“ spitzenmäßig. Doch auch andere Bereiche, wie der Tourismus, profitierten von diesem „Super-Sommer-Wetter“. Selbst wer nun keinen direkten Bezug zur Landwirtschaft hat und hier nur wohnt und arbeitet, findet im „Paradies Allgäu“ alles, was das Herz begehrt: gesunde und natürliche Ressourcen und eine gigantisch schöne Landschaft mit vielen erfrischenden Freizeitmöglichkeiten.
Wir haben allen Grund, dankbar zu sein: Danke für diese „Allgäuer Ernte“ – danke für dieses „Allgäuer Paradies“!

von hier-Kolumnist Alois Wohlfahrt

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VonHier ging es los

Ich kann mich noch gut an den vollbesetzten Saal erinnern, wo Adi Sprinkart und Hannes Feneberg ihre Idee von dem „echt regionalen Allgäuer Bio-Fleisch“ vorstellten.

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Stirnlampengewitter

Von meinem Hof aus beobachte ich immer öfter das neuartige Lichtphänomen „Stirnlampengewitter” an meinem Hausberg, dem Grünten. Es tritt meist bei schönem Wetter auf – jedoch unabhängig von der Jahreszeit. Verursacht werden diese Blitze durch das Zucken der Stirnlampen von modernen Menschen, die ihr verfassungsmäßiges freies Betretungsrecht auch bei finsterer Nacht auskosten. Hochmodernes High-Tech bei allen möglichen Natur-Trend-Sportarten macht dies möglich. Ganz aktuell – der E-Antrieb des Mountainbikes: Er katapultiert jeden noch so untrainierten Hobbyradler den steilsten Alpweg hoch.

Der genussvollen Fahrt in den letzten Winkel steht damit nichts mehr im Wege. Außer vielleicht ein auf der Alpweide verstört drein guckender Bauer wie ich. „Muss ein derart exzessiver Genuss wirklich sein?” Frage ich mich da schon.

Diese immer mehr werdenden, modernen Naturbeansprucher sehen die Natur anders als ich. Mir scheint, Ihnen ist die Natur ein billiges Gut, das einem beliebig zur Verfügung steht. So wie ein Schnäppchen im Supermarkt. Auch da „optimieren” wir Landwirte willfährig unsere Natur für die billige Massenproduktion, mit der Folge, dass die Wertschätzung für unsere Naturprodukte sinkt und wir Natur-Bewirtschafter sogar eher als Naturzerstörer wahrgenommen zu werden.

Das Recht ist freilich auf der Seite der neuen Natur-Erlebnisjäger. Mehr noch! Ich hafte sogar dafür, sollte sich einem solchen Naturgenießer auf meinem Grundstück ein störrisches Stück Stacheldraht querlegen.

Als Bauer werde ich mich wohl dieser veränderten Natur-Ansicht der Gesellschaft beugen müssen. Ich bin trotzdem gespannt, ob die „nächtlichen Stirnlampengewitter” auch dann noch so beliebt sind, wenn erst mal der Wolf am Grünten wieder heimisch ist…

von hier Kolumnist Alois Wohlfahrt

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Heimat ist modern

Als Allgäuer Bauer brauche ich eigentlich keinen „Heimat-Minister“, der mir erklärt, wie wichtig doch „Heimat“ sei.

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