Hier produziert

„Mächler“ nennen wir Allgäuer unsere Tüftler – und davon gibt es hier viele. Überall werkeln Menschen, produzieren Sie in Handarbeit Besonderes, lassen alte Gewerke wieder aufleben oder sind mit ihren Produkten sogar Weltmarkführer. Hier stellen wir Ihnen regelmäßig Menschen und ihre Produkte vor, die mit viel Leidenschaft im Allgäu gefertigt wurden.

Der Schmuck unserer Vorfahren

In Altstädten bei Sonthofen fertigt die Goldschmiedin und Schmuckdesignerin Andrea Winkler Schmuck, der die Schönheiten des Allgäus widerspiegelt.
Unser Redakteur hat bei ihr einen ganz besonderen Anhänger hergestellt.

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Der Ferrari unter den Schlitten

Im Dunkeln auf dem Sportrodel ins Tal zu düsen, geleitet vom Licht einer Stirnlampe, zählt für
Werner Friedl zur Kategorie „gewöhnlicher Winterabend“. Noch gewöhnlicher ist für ihn, dass
der Rodel, auf dem er sitzt, von ihm selbst gefertigt wurde. Denn Friedl ist Rodelbauer – nicht mehr als eine Handvoll gibt es von ihnen im bayrischen Raum. Warum er sich auf Sportrodel spezialisiert hat? Sie sind schneller und im Gegensatz zum herkömmlichen Schlitten lenkbar.
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Die Zeit im Blick

Für Ralph Prinz sind Uhren weit mehr als nur Zeitmesser. Sie sind Zeitzeugnisse und Erinnerungs­stücke. Deshalb achtet er bei der Reparatur und Restaurierung der Uhren darauf, dass alles original­getreu bleibt. Diese Qualität hat sich mittlerweile sogar bis nach Australien herumgesprochen. Weiterlesen

Eine kurze Geschichte der Allgäuer Tracht

Ob Festwoche, Alpabtrieb und Viehscheid oder an einem der zahlreichen Brauchtumsabenden – überall kann man alljährlich schöne Trachten bewundern. Aber gibt es so etwas wie eine „Allgäuer Tracht” und woher kommt die Tracht überhaupt? Weiterlesen

Edle Hölzer aus dem Allgäu

Die Halle ist groß und bestimmt zehn Meter hoch. In den Regalen rechts und links stapeln sich unzählige Holzbretter und Dielen. Von hellem Fichtenholz bis zu dunklem Nussholz. Von Ahorn, Eiche, Esche über Birne, Birke, Eberesche, Kirsche Linde bis zu Roteiche und Tanne ist so ziemlich alles vorhanden, was in den Wäldern des Allgäus und den angrenzenden Regionen wächst.

Ignaz Einsiedler streicht mit einer Hand über eine Diele aus fein gemasertem Nussholz. Der Landwirt ist der Gründer von Allgäuer Wert- und Edelholz in Wildpoldsried. Holz ist seine Leidenschaft, erklärt er mir gleich zu Anfang. Und genau deshalb hat es ihn besorgt, dass der Anteil der Schreiner, die auf heimische Hölzer setzen, stark zurückgegangen ist. Er hat auch eine Erklärung dafür: „Früher versorgte sich der Schreiner großteils aus seiner näheren Umgebung. Heute gibt es für Holzverarbeiter einfachere Möglichkeiten an das benötigte Holz zu gelangen. Vieles wird mit dem sehr gut aufgestellten Holzgroßhandel über Telefon und Internet abgewickelt.” Der Nachteil: Das Holz stammt häufig nicht aus ­heimischen Wäldern, sondern kommt aus der ganzen Welt.

„Dabei haben wir im Allgäu fast alle Holzarten, die man zum Bauen oder für Möbel benötigt”, erklärt Ignaz Einsiedler. Deshalb hat er sich vor einigen Jahren mit einer Handvoll Mitstreitern zusammengetan, um einen Allgäuer Holzhandel zu eröffnen. Zusammen hat man Freunde und Bekannte angesprochen, um die nötigen Investitionen zusammenzubekommen. „Alle Investoren haben aus Überzeugung mitgemacht, nicht weil sie auf das schnelle Geld hoffen”, erzählt er. Gemeinsam wollen sie das Allgäuer Holz stärken.

Eine schwarze Mohreiche
Während Einsiedler über die Gründung des Unternehmens spricht, stehen wir vor einem fast schwarzen Baumstamm. „Eine Mohreiche”, erklärt er und deutet stolz auf ein Brett, das aus dem Holz geschnitten wurde. Die dunkelbraune bis fast schwarze Maserung ist beeindruckend. Der Stamm wurde bei Ausgrabungen in zwölf Metern Tiefe entdeckt. „Daraus lässt sich bestimmt ein wunderbarer Tisch fertigen”, vermutet Einsiedler. Denn der Holzhandel wendet sich nicht nur an Schreiner, sondern auch an Künstler und Architekten. Um zu zeigen, was sich alles herstellen lässt, hat man gerade einen Schreiner eingestellt, der aus besonders schönen Hölzern Möbelunikate herstellen soll. Die werden dann im Showroom gegenüber der Werkstatt ausgestellt und stehen zum Verkauf.

„Regionalität ist einfach nachhaltiger”, sagt Einsiedler, während wir durch die Werkstatt gehen. „Es macht doch keinen Sinn, einen Baum aus der Ukraine nach Deutschland zu transportieren, wenn hier quasi vor der Haustür wunderschöne Bäume wachsen”, erläutert er. Um wirklich alle Bedürfnisse in Sachen Holz bedienen zu können, stehen in der Werkstatt verschiedene Maschinen. Eine Bandsäge für bis zu 80 cm Stammdurchmesser, eine Trocknungsanlage die bis zu 6% Restfeuchte erreicht und auf dem ganzen Gelände mehrere Hallen zur Lagerung des Holzes. Mittlerweile gehen wir durch die sogenannte „Hobbyecke” unter dem Dach der Werkstatt. Hier lagern Holzunikate, kurze Bretter und Reste, die für Hobbyschreiner und Künstler eine wahre Fundgrube bieten.

Die Lager sind voll
An das Holz kommen Einsiedler und seine Mitstreiter durch Waldbesitzer, die das Anliegen unterstützen möchten. Zur Region, aus der das Holz stammt, zählen das bayerische und württembergische Allgäu sowie angrenzende Gebiete. Bestimmte Holzarten kommen zudem aus dem Bodenseeraum und Voralberg. Zurzeit liegen im Lager ungefähr 900 Kubikmeter Schnittware und Rundholz und warten darauf, verarbeitet zu werden.

„Wir freuen uns über jeden, der sich für unser heimisches Holz begeistert”, sagt Ignaz Einsiedler. „Ganz gleich, ob es um große Mengen für einen Hausbau geht, oder jemand nur eine Tischplatte für ein Beistelltischchen benötigt.”

Laubbäume aus dem Allgäu:
Ahorn, Apfel, Birne, Birke, Buche, Eberesche, Eiche, Erle, Esche, Kirsche, Linde, Roteiche, Ulme u.a.

Nadelhölzer aus dem Allgäu:
Fichte, Douglasie, Eibe, Kiefer, ­Lärche, Tanne, Weymouthkiefer u.a.

Kontaktdaten:
Allgäuer Wert & Edelholz
Im Öschle 1
87499 Wildpoldsried
Telefon: 08304 – 9295262
www.allgaeuer-wertholz.de